Jesus sagt: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“

Matthäus 16,26

 

Karsten Künzl

"Noch so ein Sieg und wir sind verloren!”, rief einst Pyrrhus (319-272 v. Chr.), der König von Epirus und Makedonien, als er 279 einen Sieg gegen die Römer unter großen Verlusten errang. Seitdem nennt man Erfolge, die eigentlich Verluste sind, Pyrrhus-Siege.

Berufliche Erfolge werden oft mit dem Verlust von Familienleben und Freundschaften bezahlt. Materielle Gewinne gehen nicht selten mit der Zerstörung der eigenen Gesundheit einher. Immer weiteres Wirtschaftswachstum ist oft nicht zu erreichen, ohne dass die Ressourcen der Erde ausgebeutet werden. Aber auch persönlich erkämpfte und erkaufte Freiheit zahlt einen Preis: Sie macht einsam.

Das schnelle Geld, der steile Aufstieg, der rasante Fortschritt und das lustvolle Abenteuer kosten etwas. Sie sind oft Pyrrhus-Siege, weil sie enorme Verluste nach sich ziehen. Manche verlieren ihre Menschlichkeit und Würde, andere ihre Beziehungen und wieder andere bezahlen mit ihrer seelischen oder körperlichen Gesundheit dafür.

Darum hat Jesus vor solchen Pyrrhus-Siegen gewarnt. Er sagte: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“ (Matthäus 16,26). Überschlagen Sie die Kosten? Und dann überlegen Sie sich, ob es nicht besser wäre, den wirklichen Schatz in Ruhe und mit Geduld zu suchen: den Frieden mit Gott für die verletzte Seele, den Frieden untereinander und den Frieden mit sich selbst in den persönlichen Lebenssituationen.

Die Corona-Krise hat vielen die Möglichkeit dazu neu eröffnet: Väter hatten plötzlich Zeit für ihre Kinder und merkten, dass beruflicher Erfolg nicht alles ist. Familien lernten den Wert von Schule und Kindergarten ganz neu schätzen. Es wurde schon lange nicht mehr so viel spazieren gegangen und gejoggt. Die Luftqualität verbesserte sich. Krankenpflegerinnen, Ärzte und Rettungssanitäter erhielten Applaus. Dass wir uns alle an die Hygiene- und Abstandsregeln hielten, rettete Tausenden das Leben.

So hoffe ich, dass wir vieles davon für die Zukunft behalten. Ich wünsche uns, dass wir uns weniger auf materielle Dinge konzentrieren und uns stattdessen mehr auf Jesus und auf das, was wirklich ewig ist, verlassen. Denn was haben wir in den letzten Wochen wirklich gebraucht? Sicher Klopapier. Das wurde wirklich knapp. Aber noch viel wichtiger waren doch Hoffnung und Ermutigung. Und die hält Jesus reichlich für uns bereit. Darum kommen Sie zu Jesus. Er sagt: „Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.“ (Matthäus 11,28)

Ihr Karsten Künzl